Schriftzug Klaus Zeitz

MALEREI

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GRAFIK

Aktivitäten im Jahr 2019



LICHT

Teilnahme an der Jahresausstellung des Lippischen Künstlerbundes 2019
Thema: "Licht"
Ort: Städtische Galerie Eichenmüllerhaus, Braker Mitte 39, Lemgo
Eröffnung: Sonntag, 25.08.2019 11.30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 25.08. bis 15.09.2019
Öffnungszeiten: Do - So 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr


Eigene Beiträge:

1. "Platons Schatten", Holzkonstruktion 70 x70 x 100 cm, Farblicht, Drehscheibe, Pappfigurinen, CD-Recorder, CD mit afrikanischer Percussion

Linie feminin 1-4

Linie feminin 5-8


(zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)
Erläuterung: Durch eine Öffnung (40 x 66 cm) auf der Oberseite des Lichtobjektkastens sieht man auf der Rückseite im Inneren farbiges Licht (gelb, rot, blau, grün) und bewegliche komplementärfarbige Schatten. Im geschlossenen Teil des Objektes befinden sich eine Drehscheibe mit Pappfigurinen, beleuchtet von 4 Farbleuchten, sowie ein CD-Recorder, der afrikanische Percussion abspielt (Rhythmen der Malinke aus Guinea).
Bezug: Höhlengleichnis von Platon

(zum Starten des Films bitte auf das Bild klicken)

Video (Filmsequenz "Platons Schatten") 5.55 min.



2. "Lichtaufbewahrungsbehälter"
Öl auf Lwd, 120 x 80 cm, 2019

Linie feminin 1-4


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Erläuterung:
Bildmotiv: Kombination von Teilmotiven aus Venedig und Lippe. Der Lichtbehälter als Zentralmotiv enthält das werthaltige Licht und verweist auf mögliche symbolische Bedeutungen wie z.B. geistige Energie, Lebenslicht, Licht der Erkenntnis, spirituelle Symbolik usw. Bildlicht: Das abstrakt gemalte Licht im Behälter scheint selbst zu leuchten. Das übrige Bildlicht ist dargestelltes Beleuchtungslicht mit Lichtquellen innerhalb und außerhalb des Bildes. Stil: Poetischer Realismus



fremd-vertraut

Teilnahme an der Künstlersonderbund-Jahresausstellung 2019
Thema: "fremd - vertraut"
Ort: KUNSTBEZIRK im Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 29, 70182 Stuttgart
Eröffnung: Samstag 02.11.2019 16 Uhr
Dauer der Ausstellung: 02.11. bis 31.12.2019

Eigene Beiträge:

1. "Begegnungen", Öl auf Lwd, 120 x 150 cm, 2008

Öl auf Leinwand - Titel: Begegnungen

(zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)

Textbeitrag zum Bild:
Die Betrachter des Bildes ‚Begegnungen’ sitzen quasi auch in der S-Bahn und werden in übertragenem Sinn zu Begegnenden sowie zu Begegneten. Vor allem mit der afrikanischen Migrantin, welche vor dem Fensterrahmen sitzt, von dem sie paradoxerweise durchdrungen wird, werden sie das. Dies kann als Metapher für existentiell bedingte Brüche interpretiert werden. Außerdem ist die Afrikanerin als Grisaille innerhalb eines ansonsten farbfrohen Gesamtbildes gemalt. Auf diese Weise wird der Ausdruck des Empfindens von Fremdheit noch verstärkt. Bei Begegnungen von Einheimischen mit Schwarzafrikanern in U- und S-Bahnen ist häufig eine extreme Scheu vor Blickkontakt zu beobachten. Das Paar auf dem Bahnsteig kommuniziert miteinander und ist auch bruchlos in die ihm vertraute Umgebung integriert. Die Afrikanerin befindet sich teils innerhalb, teils außerhalb des S-Bahn-Fensters, welches wie ein ‚Bild im Bild’ fungiert. Migranten aus fremden Kulturen befinden sich gewissermaßen einerseits hier und andererseits bleiben sie in ihrem Herkunftsland verwurzelt. Verschiedene Einzelmotive verweisen auf das Reisen, wobei die S-Bahn statisch zu verharren scheint, während der Regionalzug dynamisch den S-Bahnhof Bellevue in Berlin Tiergarten durchfährt. Der afrikanische Katta entstammt natürlich nicht dem Berliner Tiergarten, der ja auch kein Zoo ist, sondern seine fiktive Anwesenheit könnte der Migrantin ein bißchen Heimatgefühl bescheren, wenn sie den Katta denn sähe. Die Darstellung des S-Bahn-Ziels Wannsee enthält eine mitgemeinte Bedeutung, nämlich den Hinweis auf das Bahngleis mit Rampe am Bahnhof Wannsee, von wo aus im 3. Reich Juden in die Vernichtungslager geschickt wurden. Beim Malen des Bildes im Jahre 2008 tauchte der Gedanke an dieses Mahnmal auf, da aufgrund der stetig ansteigenden Flüchtlingszahlen mit einer Zunahme an Faschismus, Nationalismus, Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft gerechnet werden könnte, was ja inzwischen auch eingetreten ist und womöglich noch zunimmt.


2. "Der Fremde", Öl auf Lwd, 60 x 80 cm, 2019

Der Fremde


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Textbeitrag zum Bild:
Als ich unlängst in Berlin-Wedding unterwegs war, fiel mein Blick auf die katholische Kirche ‚Maria Regina’, die meiner Einschätzung nach stilistische Einflüsse der Bauhausarchitektur aufweist. Mich machten vor allem große farbige Glasfenster neugierig. Bei Tageslicht betrachtet man solche Fenster besser vom Innenraum aus, weswegen ich in die Kirche hineingehen wollte. Jedoch waren alle Türen überraschenderweise verschlossen.
Einen älteren Herrn, der sich dort aufhielt, fragte ich, ob er sich hier auskenne und ob er wisse, ob dieses Gotteshaus noch als solches genutzt würde. Seine Antwort: Er sei in dieser Gegend geboren und lebe auch immer noch hier. Die Kirche würde weiter genutzt, sei aber wegen Vandalismus nur zu Gottesdiensten geöffnet. Auf meine Bemerkung hin, ich sei kein Berliner, käme aber seit vielen Jahren immer wieder nach Berlin und mir sei aufgefallen, dass sich die Stadt zuletzt sehr verändert hätte, antwortete der Mann: „Ja, ick bin hier der Fremde.“
Ähnlich, wenn auch aus anderen Gründen, erging es der in Frankreich geborenen Elisa Diallo, deren Mutter Französin und deren Vater Afrikaner ist. Sie beschloss 2017 Deutsche zu werden, weil sie sich von Rechtspopulisten in Frankreich bedroht fühlt. Sie sagte laut DER SPIEGEL: „Natürlich fühle ich mich auch in Deutschland gelegentlich fremd, aber es ist viel leichter, sich im Ausland fremd zu fühlen, als im eigenen Land.“
Der einheimische Berliner fürchtet wohl um seine berliner, wenn nicht gar um seine deutsche Identität. Für ihn sind die Straßen, die Gebäude, die Parks oder die öffentlichen Verkehrsmittel noch vertraut. Die in kleinere und größere ethnische, religiöse und kulturelle Communitys zersplitternde Gesellschaft hingegen befremdet ihn offenbar.
Menschen mit linksliberaler Orientierung plädieren für Diversität und nennen multikulturelle Gesellschaften bunt. Als Maler verstehe ich die Bezeichnung ‚bunt’ eher in abschätzigem Sinne, nämlich als kunterbuntes Durcheinander. Es handelt sich dabei oft lediglich um eine Ansammlung unterschiedlicher Farben, bei deren Zusammenstellung keine ausreichenden Gestaltungsbemühungen zu erkennen sind. Als Künstler bevorzuge ich die Bezeichnung ‚farbig’ oder Farbordnung für einen schlüssigen gestalterischen Einsatz der Farbe als bildnerisches Mittel. Farbgestaltung und Gesellschaftspolitik sind selbstverständlich je eigene Bereiche. Sollte man Farbgestaltung als Metapher für eine geeinte, erfolgreiche zukünftige Gesellschaft akzeptieren, dann könnte man diese mit einem Gesamtkunstwerk vergleichen, bei dem alle Teilaspekte in einem widerspruchsfreien Bezugszusammenhang stehen.



Wider das Vergessen

Teilnahme an der Ausstellung "Wider das Vergessen" der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe
Ort: Robert Koepke Haus, Polhof 1, Schieder-Schwalenberg
Eröffnung: Sonntag, 01.12.2019, 15 Uhr
Dauer der Ausstellung: 01.12.2019 bis 05.01.2020

Eigene Beiträge:
"Helden und Vorbilder", Öl auf Lwd, 100 x 120 cm, 2019
Bilderrahmen mit Texten zu den dargestellten Personen.

Öl auf Leinwand - Titel: Begegnungen

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Textbeiträge:
HELDEN UND VORBILDER (eine Auswahl)


1Georg Elser
Im November 1939 verübte der Kunsttischler Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte Führungsspitze der NSDAP. Bekanntlich scheiterte das Vorhaben, weil Hitler, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, die Versammlung, die dort regelmäßig stattfand, ausnahmsweise vorzeitig verließ.
Elser war schon 1938 davon überzeugt, dass Hitlers Politik unweigerlich Krieg zur Folge haben würde. Um dies zu verhindern, plante er sein Attentat. Im Gegensatz zu anderen wartete er mit der Ausführung jedoch nicht so lange, bis sich abzeichnete, dass der Krieg nicht zu gewinnen war.
Dieser kluge, weitblickende, überaus mutige Nonkonformist war auch anfänglich kein Verehrer Hitlers und auch kein bedingungsloser Befürworter oder gar Teilnehmer am grausamen Angriffskrieg gegen die halbe Welt.
Warum hat man diesem Helden nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik jahrzehntelang die verdiente Anerkennung verweigert?

2Maria Gräfin von Maltzan
Wiewohl von Maltzan in einer reichen, nationalsozialistisch orientierten Adelsfamilie aufgewachsen ist, hat sie selbst die Nazis von Anfang an verachtet.
Während des 2. Weltkriegs studierte sie in Berlin Veterinärmedizin und arbeitete ab 1943 dort als Tierärztin. In ihrer Wohnung in der Detmolder Straße in Berlin Wilmersdorf versteckte sie zeitweise drei Juden und sorgte mit nur einer Lebensmittelkarte und dem Schwarzmarkt für den Vier-Personen-Haushalt.
Darüber hinaus hat sie in verschiedenen geheimen Hilfsorganisationen mit Umsicht und großer Kühnheit dazu beigetragen, Juden zum Überleben oder zur Flucht zu verhelfen. Auch ihr Einsatz blieb jahrzehntelang unbekannt.

3John Heartfield
Im Jahr 1916 änderte Helmut Herzfeld seinen Namen in John Heartfield, um gegen den grassierenden Nationalismus zu protestieren. Ab 1932 agitierte der Künstler mit ironisch-satirisch-schlagkräftigen Collagen gegen Hitler und den Nationalsozialismus. 1933 emigrierte er zunächst nach Prag und später nach London, von wo aus er auch weiterhin gegen das Verbrecherregime in Deutschland kämpfte.

4Reinhard Strecker
Reinhard Strecker war höchstwahrscheinlich der Erste, der sich schon als Student in den 50er Jahren aktiv für die Aufklärung ungesühnter NS-Verbrechen aktiv einsetzte. Er hat gemeinsam mit Kommilitonen 1959 nach jahrelangen Recherchen in der Karlsruher Stadthalle die Ausstellung ‚Ungesühnte Nazijustiz’ eröffnet. In der Ausstellung wurden Fälle von Richtern dokumentiert, die während der Nazizeit Unrechtsurteile ausgesprochen hatten und in der Bundesrepublik wieder urteilten. Am Tag nach der Eröffnung wurde der Mietvertrag für die Halle durch den Karlsruher Oberbürgermeister auf Druck aus Bonn gekündigt.
In den folgenden Jahren hat Strecker, trotz großer Anfeindungen und Widerständen seitens bundesdeutscher Eliten, unermüdlich an der Aufklärung von NS-Verbrechen gearbeitet. Auch hat er ein Buch über den beschämenden Fall Globke geschrieben. Globke war Mitverfasser und Kommentator der Nürnberger Rassegesetze gewesen, und dennoch machte ihn CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer 1953 zu seinem Kanzleramtsminister.
Anfang 2018 berieten die Bezirksverordneten von Berlin-Steglitz-Zehlendorf da-rüber, ob an dem Haus, in dem Strecker und seine Freunde die Ausstellung ‚Ungesühnte Nazijustiz’ erarbeitet hatten, eine Gedenktafel angebracht werden sollte.
Das verhinderte die CDU, die stärkste Fraktion im Bezirksparlament.

5Beate Klarsfeld
Die Journalistin Beate Klarsfeld wurde 1968 schlagartig weltberühmt, als sie auf einem CDU-Parteitag in Berlin Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte.
Kiesinger war seit 1933 NSDAP-Mitglied. In der NS-Zeit arbeitete er als stellvertretender Abteilungsleiter im Bereich Propaganda.
Klarsfeld wollte mit ihrer spektakulären Aktion die Deutschen darauf aufmerksam machen, dass NS-Verbrechen nicht nur ungesühnt blieben, vielmehr befanden sich zahlreiche Täter wieder in Amt und Würden.
Frau Klarsfeld und ihr jüdisch-französischer Mann Serge Klarsfeld, dessen Vater in Auschwitz ermordet wurde, machten es sich zur Lebensaufgabe, ungeahndete Naziverbrechen aufzudecken. Ihr aufsehenerregenster Fall war der des einstigen Gestapo-Chefs von Lyon Klaus Barbie (genannt ‚Schlächter von Lyon’), den die beiden in Bolivien aufspürten.

6Fritz Bauer
Fritz Bauer hat als Generalstaatsanwalt von Hessen gegen viele Widerstände aus Politik und Justiz durchgesetzt, dass im Dezember 1963 der Frankfurter Auschwitz-Prozess beginnen konnte, bei dem es um die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen ging.
Bauer verstand den Prozess, abgesehen von der Bestrafung der Täter, als pädagogische Maßnahme, als gesellschaftliches Lehrstück. Er wollte über das System Auschwitz aufklären, um einen Rückfall in die Barbarei totalitärer Machtpolitik vorzubeugen.
Da der Auschwitz-Prozess ein großes nationales und internationales Echo fand, kann man Bauers Leistung auch als einen Auslöser zunehmender Auseinandersetzung in der deutschen Gesellschaft mit der NS-Vergangenheit ansehen. Fritz Bauer hat seine Aufklärungsarbeit auch in zahlreichen Vorträgen, Interviews und Teilnahme an Symposien fortgesetzt.

FilmLink Retrospektive

Video (Retrospektive 2017) 6.34 min.

Portrait Klaus Zeitz

Klaus Zeitz

1937
geboren in Düsseldorf

1957 - 1964
Studium der Malerei und Grafik bei den Professoren Josef Faßbender und Hann Trier an den Hochschulen für Bildende Künste in Düsseldorf und Berlin

1964 - 1973
freischaffender Maler
Aufträge für Kunst am Bau;
zusätzlich Lehrtätigkeit als Kunsterzieher am Gymnasium

1973 - 1977
Studium der Fächer Kunst und Kunstwissenschaft für das Lehramt am Gymnasium in Düsseldorf

1978 - 1998
Gymnasiallehrer und Maler

Seit 1998
als bildender Künstler in Detmold tätig
Mitglied im Lippischen Künstlerbund
Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland - Realismus der Gegenwart

Ausstellungsaktivitäten in
Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Dortmund, Bielefeld, Hasselt (B), Herford, Paderborn, Bad Oeynhausen, Lemgo, Bad Salzuflen, Lage, Detmold,
Horn-Bad Meinberg, Soest, Kaunas (LT), Zeitz

Katalog Klaus Zeitz

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